In der Welt der Flugsicherung als auch in der Luftfahrt stößt man auf viele Abkürzungen. Hier wollen wir euch einige vorstellen und erläutern.

 

ACC (Area Control Center)

Bezirkskontrollstelle, die Flugverkehrskontrolle für kontrollierte Flüge in Kontrollbezirken durchführt, die ihrer Zuständigkeit unterliegen. Hier sorgen Fluglotsen für die Sicherheit und Flüssigkeit des Verkehrsablaufs. Unterteilt in verschiedene Arbeitssektoren, die genau definierte Verantwortungsbereiche haben. Die Verfahren für die Übergabe der Flugzeuge von einem Sektor zum nächsten sind international und bilateral geregelt.

Air Traffic Management (ATM)

Air Traffic Management (ATM) ist die zentrale Aufgabe der Flugsicherung. Ziel ist es, den Flugverkehr im zugeteilten Luftraum sicher, flüssig und wirtschaftlich zu organisieren.

Airspace

Airspace (Luftraum) ist aus der Perspektive der Flugsicherung ein dreidimensionaler Raum, durchwoben von einem Geflecht von Luftstrassen und unterteilt in verschiedene Luftraumklassen, je nach angebotenen Kontroll-Dienstleistungen.

An- und Abflugverfahren

Für Flughäfen und Flugplätze mit Einrichtungen für IFR-Verkehr gibt es standardisierte An- und Abflugverfahren. Bei deren Festlegung wird neben höchster Sicherheit vor allem auf Effizienz und Minimierung der Lärmbelästigung geachtet.

Apron Control

Apron Control (Vorfeldkontrolle) ordnet den Verkehr auf dem Vorfeld (Standplatz und Rollfeld) des Flugplatzes und weist den Flugzeugen ihre Parkposition zu.

BAF (Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung)

Das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung mit Sitz in Langen ist für die staatliche Aufsicht über die zivile Flugsicherung in Deutschland zuständig. Gegründet wurde das BAF am 18. September 2009. Es untersteht dem BMVBS (Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung), Direktor ist Prof. Nikolaus Herrmann. Als nationale Aufsichtsbehörde stellt das BAF sicher, dass alle in Deutschland tätigen Flugsicherungsunternehmen die vorgegebenen Sicherheitsanforderungen erfüllen. So überprüft das BAF z.B. Qualität und Zuverlässigkeit von Funknavigationsanlagen und ist für die staatliche Lizenzierung von Fluglotsen zuständig. Mit der Gründung des BAF wurden die Vorgaben der EU-Rechtsverordnung zur Vereinheitlichung des europäischen Luftraums umgesetzt. Ziel ist ein gemeinsames, effizientes Luftraummanagement zur Optimierung der Flugrouten. Dadurch können Flugzeiten verkürzt und die Umwelt geschont werden.

Betriebsrichtung

Die Betriebsrichtung (runway in use) einer Start- und/oder Landebahn hängt von der aktuellen Windrichtung ab, da die Flugzeuge grundsätzlich gegen den Wind starten und landen. Sie wird international entsprechend der Ausrichtung der Bahn gekennzeichnet. Beispiel Flughafen Frankfurt am Main: Hier gibt es für das Parallelbahnsystem die Betriebsrichtung 25 (das entspricht 250 Grad auf der Kompassrose, d.h. Westwind) und 07 (das entspricht 70 Grad auf der Kompassrose, d.h. Ostwind). Da die Westwindlagen zu rund 75 Prozent überwiegen, wird die Betriebsrichtung 25 entsprechend häufiger geflogen.

BMVBS (Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung)

Das BMVBS ist der Gesellschafter der DFS. Das BMVBS trägt die politische Verantwortung für die Flugsicherung und hat die DFS durch Rechtsverordnung mit der Wahrnehmung der Flugsicherungsaufgaben beauftragt.

Call Sign

Rufzeichen einer Funkstelle (Bodenstation oder Luftfahrzeug) zur eindeutigen Kennzeichnung.

CANSO (Civil Air Navigation Services Organisation)

CANSO ist der globale Zusammenschluss von Organisationen, die Flugverkehrskontrolle anbieten(ANSPs). CANSO wurde 1998 gegründet und vertritt die Interessen von ANSPs weltweit.

Clearance

Clearance (Freigabe) ist die einem Luftfahrzeug von der Flugsicherung erteilte Genehmigung. Das ist die Freigabe zum Anlassen der Triebwerke, Startfreigabe, Freigabe einer bestimmten An- oder Abflugroute und Freigaben zur Änderung von Kurs, Flughöhe und Geschwindigkeit.

Continuous Descent Approach (CDA)

Unter CDA (Continuous Descent Approach) versteht man den Anflug im kontinuierlichen Sinkflug zur Reduzierung der Geräuschimmissionen von Flugzeugen. Einen Continuous Descent Approach durchzuführen bedeutet, in einer bestimmten Flughöhe die Triebwerksleistung auf Leerlauf oder nahezu Leerlauf einzustellen und den restlichen Anflug im Gleitflug zu vollenden. Optimal als Ausgangshöhe wäre die Reiseflughöhe, da in einem entsprechend langen Sinkflug das größte Sparpotential zu finden ist. Verkehrstechnisch stellt sich diese Variante als ausgesprochen kompliziert dar, da ein solcher Sinkflug durch mehrere möglicherweise besetzte Flugflächen führen und ein enormer Koordinationsaufwand entstehen würde, weil der Sinkflug "continuous" sein und bleiben soll, d.h. "nicht unterbrochen".

Departure

Die Freigabe zur Departure (Start, Abflug) wird vom Kontrollturm erteilt und von den Piloten bestätigt.

Dezibel

Benannt nach dem Erfinder des Telefons, Graham Bell, dient das Dezibel der logarithmischen Darstellungsweise von Schalldruckpegeln. Der Schalldruckpegel kennzeichnet das Druckverhältnis eines Schallereignisses zur menschlichen Hörschwelle. dB(A) bedeutet, dass die Frequenzabhängigkeit des menschlichen Hörempfindens berücksichtigt ist. Der A-bewertete Schalldruckpegel hat sich als zweckmäßig erwiesen und ist mittlerweile international normiert. Im Luftverkehr entspricht eine Änderung um 4 dB(A) einer Verdoppelung oder Halbierung der Schallenergie.

Directs (Abkürzungen)

Ein so genanntes "Direct", das heißt das vorzeitige Verlassen der Sollroute im Abflugbereich, kann von Piloten angefordert und vom Lotsen zugewiesen werden. Directs sind grundsätzlich nur oberhalb genau festgelegter, tageszeit- und Luftfahrzeugtypabhängiger Flughöhen zulässig. Directs führen naturgemäß zu einer Streuung, das heißt es werden Gebiete überflogen, die an sich nicht unterhalb einer Abflugstrecke liegen.

Durchstarten (Go Around)

Durchstarten (Go Around) ist kein Notverfahren sondern eine "Normal Procedure", welche z.B. aus Wettergründen geflogen wird. Hierfür sind Strecken und eine Anfangssteigflughöhe definiert. Der Lotse ordnet das durchgestartete Flugzeug per Einzelanweisung schnellstmöglich in den "normalen" Verkehr ein.

EASA (Europäische Agentur für Flugsicherheit)

Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (European Aviation Safety Agency; EASA), ist die Luftsicherheitsbehörde der Europäischen Union. Sie wurde am 15. Juli 2002 auf Beschluss des Europäischen Rates gegründet und hat seit November 2004 ihren Sitz in Köln. Der Betrieb startete am 28. September 2003, sie ist seit dem Jahre 2006 voll einsatzfähig. Die EASA hat momentan ungefähr 400 Mitarbeiter.

EBG (Einsatzberechtigungsgruppe)

In einer EBG sind mehrere Luftraumsektoren zusammengefasst. Im Laufe der Ausbildung erwerben Fluglotsen alle Lizenzen für die Sektoren in ihrer EBG um flexibel einsetzbar zu sein.

EGNOS (European Geostationary Overlay System)

EGNOS ist ein europäisches Satellitensystem. Es wird in Ergänzung zu GPS in globalen Satellitennavigationssystemen (GNSS) integriert.

Endanflug

Der Endanflug (Final Approach) ist der letzte Abschnitt des Anflugs, unmittelbar vor dem Aufsetzen. Entsprechend ausgerüstete Flugzeuge werden in dieser Phase vom Instrumentenlandesystem (ILS) oder von einem anderen technischen Leitsystem, das Landungen selbst bei Sichtweite Null ermöglicht, unterstützt.

EUROCONTROL

EUROCONTROL ist die europäische Organisation zur Sicherung der Luftfahrt, gegründet 1960. Heute besteht die Organisation aus verschiedenen Diensten mit unterschiedlichen Aufgaben wie Umsetzung von Flugsicherungsstrategien, technische Forschungs- und Entwicklungsprogramme, Ausbildung und Gebühreninkasso. Hauptsitz der EUROCONTROL ist Brüssel.

FANOMOS (Flight Track and Aircraft Noise Monitoring System)

Mit diesem Flugspuraufzeichnungssystem können Verläufe einzelner Flugspuren von an- und abfliegenden Luftfahrzeugen dargestellt und ausgewertet werden. Es dient somit auch als wichtiges Hilfsmittel bei Fluglärmbeschwerden und Ordnungswidrigkeitenverfahren.

Feet (Fuß, ft)

In der Luftfahrt zur Bezeichnung der Flughöhe verwendetes englisches Längenmass. Ein Feet entspricht 30,48 cm.

FIR (Flight Information Region)

Ein Fluginformationsgebiet, engl. Flight Information Region (FIR), ist ein definierter Luftraum, in dem mindestens Fluginformations- und Alarmdienst angeboten wird. Jeder Teil der Atmosphäre ist genau einer FIR zugeordnet. Sie ist in der Regel deckungsgleich mit dem Staatsgebiet des jeweiligen Landes, kann aber auch (durch Zuweisung durch die ICAO) internationale Gewässer umfassen. Ebenso kann der Luftraum über einem Staatsgebiet in mehrere FIRs geteilt sein.

Flugfläche (Flight Level)

Eine "Fläche konstanten Luftdrucks". Entspricht der Flughöhe über dem Standardluftdruck, gemessen in Hektofuss. Flugfläche 200 entspricht beispielsweise ungefähr einer Höhe von 20 000 Fuß (ca. 6 000 m über NN).

Flugplan (FPL)

Für jeden von der Flugsicherung kontrollierten Flug gibt es eine Voranmeldung, den Flugplan. Er enthält die Flugabsicht, z.B. voraussichtliche Startzeit, gewünschte Flughöhe, Zielflughafen und geplante Strecke. Bei den Fluglotsen erscheinen die für sie wesentlichen Flugplandaten auf einem vom Computer ausgedruckten Streifen (Strip). Neue Flugüberwachungssysteme erlauben es, diese Daten auch direkt auf dem Bildschirm abzurufen.

GPS-Stand-Alone Anflugverfahren

An einigen Flughäfen wurden so genannte GPS-Stand-Alone Anflugverfahren etabliert. Das sind eigenständige, nicht auf bodengestützte Navigationsanlagen abgesicherte GPS-Anflugverfahren. Das ermöglicht den Flugplätzen, die sich kosten- und wartungsintensive Navigationsanlagen nicht leisten können, ihren Kunden einen verbesserten Service anzubieten. Die Flughäfen, die über bodengestützte Navigationsanlagen verfügen sehen hierin ein zusätzliches Angebot.

GPS/FMS Overlay Verfahren

Die DFS hat in den vergangenen Jahren an nahezu allen internationalen Verkehrsflughäfen und an einer großen Anzahl von Regionalflughäfen zur Erhöhung der Navigationsgenauigkeit auf den An- und Abflugstrecken sogenannte GPS/FMS-Overlay-Procedures veröffentlicht (GPS=Global Positioning System; FMS=Flight Management System). Durch Vorgabe von präzisen Wegpunkten mittels geografischer Koordinaten, Distanzen und genauen Kursangaben können die Programmierungen der Luftfahrzeuge, die mit diesen satellitengestützten Systemen ausgestattet sind, optimiert werden. Nach Einführung dieser Verfahren wurde die Einhaltung der Abflugverfahren deutlich verbessert.

Holding (Warteverfahren)

Übersteigt die Zahl der anfliegenden Luftfahrzeuge die Aufnahmekapazität des Flughafens, kreist das Flugzeug bis zur Landefreigabe in der Warteschleife, einem festgelegten Warteraum.

IATA (International Air Transport Association)

Die IATA ist der internationale Dachverband der Luftverkehrsgesellschaften mit Sitz in Genf.

ICAO (International Civil Aviation Organization)

Die International Civil Aviation Organization (engl. ICAO, deutsch: Internationale Zivilluftfahrt-Organisation) ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen, die Standards für den zivilen Luftverkehr eingeführt hat. Sie wurde 1944 durch das Übereinkommen über die internationale Zivilluftfahrt (Chicagoer Abkommen) gegründet und hat ihren Sitz in Montréal (Kanada). Ihr gehören 190 Vertragsstaaten an. Deutschland wird durch eine ständige Delegation des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) vertreten.

IFR (Instrument Flight Rules)

Flüge nach Instrumentenregeln finden im kontrollierten Luftraum statt und beanspruchen die Dienste der Flugsicherung für den sicheren und effizienten Ablauf der Flüge.

ILS (Instrumentenanflug)

Das Instrumentenlandesystem (ILS) führt die Piloten anfliegender Maschinen auch bei schlechtem Wetter sicher zur Landebahn. Dies geschieht mit Hilfe von horizontalen und vertikalen Leitstrahlen, die auf dem Navigationsdisplay im Cockpit abgebildet werden. Der Sinkwinkel des ILS beträgt an fast allen großen Verkehrsflughäfen drei Grad. Die Sinkrate ist von der Geschwindigkeit des Flugzeugs abhängig. Das hochpräzise ILS ermöglicht auch bei schlechten Sichtverhältnissen eine sichere Landung. Mit Hilfe eines Kreuzzeiger-Instrumentes wird dem Piloten während des ganzen Endanfluges darüber informiert, ob er/sie genau auf die Landebahn zusteuert (Kursinformation) und im idealen Winkel sinkt (Gleitweginformation).

Low Drag/Low Power

Für die Anflüge zum Flughafen Frankfurt sind lärmmindernde Flugverfahren im Einsatz, z.B. Low-Drag/Low-Power. Darunter versteht man, dass die anfliegenden Flugzeuge möglichst lange in der sogenannten clean configuration verbleiben, d.h. Fahrwerk, Klappen und Vorflügel werden möglichst spät ausgefahren. In dieser aerodynamischen Konfiguration muss nur wenig Schub gegeben werden. Denn: Ein Flugzeug wird umso lauter, je mehr Landehilfen ausgefahren sind.

Mindesthöhe

Den von der Bevölkerung oft gebrauchten Begriff „Mindesthöhen“ gibt es, genau genommen, nicht. Im Normalbetrieb sind für einen Flug nach Instrumentenflugregeln, und nur davon ist hier die Rede, zwei Flughöhen wichtig: Die Sicherheitsmindesthöhe und die Minimum Radar Vectoring Altitude (MRVA). Laut § 36 der Luftverkehrsordnung beträgt die Sicherheitsmindesthöhe - außer bei Start und Landung - für Luftfahrzeuge, die nach Instrumentenflugregeln fliegen, mindestens 300 m (1000 Fuß) über dem höchsten Hindernis, von dem sie weniger als 8 km entfernt sind.

Minimum Radar Vectoring Altitude

Die Minimum Radar Vectoring Altitude (MRVA) ist wie folgt definiert: „Die niedrigste Höhe über Meeresspiegel im kontrollierten Luftraum, die für die Radarführung von Flügen nach Instrumentenflugregeln unter Berücksichtigung der Sicherheitsmindesthöhe über Grund und der Luftraumstruktur innerhalb eines festgelegten Gebietes genutzt werden darf.“ Anders ausgedrückt: Die MRVA ist die niedrigste Flughöhe, die einem Luftfahrzeugführer vom Fluglotsen im Normalbetrieb zugewiesen werden darf.

Nachtflüge

Die Problematik der nächtlichen Flüge ist seit langer Zeit Thema heftiger Auseinandersetzungen im politischen Bereich und bei den Fluggesellschaften. Die DFS Deutsche Flugsicherung GmbH muss die ihr zugewiesene Rolle dabei ganz deutlich machen. Sie "verwaltet" Flüge - am Tag ebenso wie in der Nacht. Sie ist nicht zuständig für die entsprechenden Genehmigungen, ob und wann nachts geflogen werden darf.

NIROS (Noise Impact Reduction and Optimization System)

Um bei der Planung Aspekte der Lärmbelastung fundiert berücksichtigen zu können, betreibt die DFS das Planungswerkzeug NIROS (Noise Impact Reduction and Optimization System), mit dessen Hilfe Standardabflugstrecken (engl.: Standard Instrument Departures, kurz: SID) hinsichtlich ihrer Lärmbelastung auf die Bevölkerung optimiert werden. Ziel von NIROS ist es, basierend auf wissenschaftlichen Grundlagen und Erkenntnissen, ein dem Stand der Technik entsprechendes Hilfsmittel zur Festlegung sogenannter Lärmminderungsstrecken (engl.: Minimum Noise Routings) zu schaffen. NIROS entstand ursprünglich an der Technischen Hochschule Darmstadt und wird jetzt durch die DFS genutzt und weiterentwickelt.

Notverfahren

Im Luftverkehr unterscheidet man zwischen diversen Notfällen und den entsprechenden Notverfahren (Emergency). Gemäß international gültiger ICAO-Abkommen hat die Cockpit-Crew jedes Flugzeugs, das sich in einer Notlage befindet, alleiniges Entscheidungs- und Handlungsrecht. Der Kapitän ist verantwortlich für die Sicherheit der ihm anvertrauten Passagiere. Tritt ein Notfall ein, bietet der zuständige Fluglotse jede - von seiner Seite - mögliche Hilfe und Unterstützung an. Aber auch der "Pilot in Command" kann über Kurs und Flughöhe (sowie weitere Absichten) entscheiden und dies mitteilen - der zuständige Lotse wird sich in diesem Fall darauf konzentrieren, mittels Anweisungen an die anderen, in der Nähe befindlichen Flugzeuge, Annäherungen und mögliche Konfliktsituationen zu vermeiden.

RNAV-Verfahren

Unter RNAV (Area Navigation) Verfahren versteht man die Verfahren, die ohne Unterstützung bodenseitiger Funknavigationsanlagen auskommen.

Single European Sky (SES)

Ein von der Europäischen Kommission ausgearbeitetes Konzept zur radikalen Neustrukturierung des Europäischen Luftraums und der Flugsicherungsinstitutionen.

Slot (Zeitfenster)

Ein Slot ist die zugeteilte Zeit, in welcher ein Ab- oder Anflug ausgeführt oder ein Fixpunkt überflogen werden muss. Die Slot-Zuteilung ist ein Instrument, um den Verkehrsfluss zu steuern und die Pünktlichkeit zu erhöhen.

Staffelung

Die Luftfahrzeuge werden von den Fluglotsen so geleitet, dass die definierten Mindestwerte nicht unterschritten werden.

STCA (Short Term Conflict Alert)

STCA ist ein kurzfristiges Konfliktwarnsystem, das den Fluglotsen durch akustische und/oder optische Signale auf dem Radarschirm anzeigt, wenn zwei Flugzeuge den definierten Sicherheitsabstand unterschreiten.

Take-off (Start)

Die Startfreigabe (cleared for take-off) wird von den Fluglotsen im Tower erteilt.

TCAS (Traffic Collision Avoidance System)

TCAS ist ein bordseitiges Konfliktwarnsystem, das die Piloten bei Flugzeugannäherungen warnt.

TMA (Terminal Control Area)

TMA ist der Kontrollbereich um einen Flughafen.

Transponder

Der Transponder dient der Identifizierung eines Luftfahrzeuges. Vom Sekundärradar ausgestrahlte Anfrageimpulse aktivieren den bordseitigen Transponder, den Identitätscode auszustrahlen. Dieser ermöglicht auf dem Radarschirm die einwandfreie Identifikation des Luftfahrzeuges.

Treibstoff-Schnellablass

Von allen heute eingesetzten Verkehrsflugzeugen besitzen nur einige wenige Muster (z. B. B747, A340, B777) die notwendigen technischen Systeme, um in der Luft Treibstoff ablassen zu können (englisch: „Fuel Dumping“). Für die nationalen Flugsicherungen gelten die Regeln der „International Civil Aviation Organisation (ICAO), wonach „Treibstoffschnellablässe“ möglichst abseits von großen Städten und in Lufträumen mit geringer Verkehrsdichte erfolgen sollen. Passagiere und Anwohner von Flughäfen sagen oft, „man habe sehen können, dass das Flugzeug im Landeanflug Treibstoff abgelassen habe“. Das ist nicht richtig. Die optisch erkennbaren „Fahnen“ an den Randbögen der Tragflächen sind schlichtes Wasser. Die Ursache ist Kondensation. Sie entsteht durch den Ausgleich zwischen Überdruck an der Unterseite der Tragfläche und Unterdruck auf der Oberseite. Wie bei anderen meteorologischen und physikalischen Ereignissen stellt sich entsprechend den Gesetz vom Gleichgewicht der Kräfte an den Tragflächenenden ein Druckausgleich ein. Dadurch kommt es zu einem Temperaturabfall und die „Relative Feuchte“ erreicht gelegentlich 100 Prozent. Die Folge ist Kondensation, die oben erwähnte Wasserfahne entsteht.

Turbulenz

Entsteht wenn unterschiedliche Luftströmungen aufeinander treffen. Sie kann auch durch Flugzeuge ausgelöst werden.

UAC (Upper Airspace Control)

Ab Flugfläche 250 wird der obere Luftraum Kontrollzentren wie Karlsruhe, Maastricht, Genf etc überwacht. (siehe Upper Airspace)

Unkontrollierter Luftraum

Luftraum außerhalb des Zuständigkeitsbereichs der Flugsicherung.

Upper Airspace (oberer Luftraum)

Nach ICAO-Definition liegt die Grenze zwischen unterem und oberem Luftraum bei 24 500 ft.

UTC (Universal Time Coordinated)

UTC ist die koordinierte Weltzeit. Dis führt dazu, dass in allen Flugsicherungsstellen der Welt die Uhrzeit, auf die sich beispielsweise Angaben über Flüge beziehen, die gleiche ist.

VFR (Visual Flight Rules)

VFR-Flüge sind Flüge nach der Devise "Sehen und gesehen werden", bei dem sich der Pilot an äußeren Bezugspunkten (Seen, Bahnlinien Autobahnen usw.) orientiert. Bei Flügen nach VFR sind die Piloten für das Vermeiden von Zusammenstössen mit anderen Luftraumbenutzern verantwortlich.

Wirbelschleppen (Wake Turbulences)

Während des Flugs herrscht auf der Oberseite einer Tragfläche Unterdruck und an der Unterseite des Flügels Überdruck. Das Ergebnis heißt Auftrieb und hält den Flieger am Himmel. Wo der Flügel endet, endet auch der unterschiedliche Druck und strebt nach Ausgleich. Von der Unterseite kommend, strömt die Luft um den Randbogen herum nach oben - Überdruck will zum Bereich des Unterdrucks, diesen auffüllen, das ist wie beim Wetter. Die Vorwärtsbewegung des Flugzeugs verdreht den an sich halbkreisförmigen Bogen zu einem Zopf. Diese Wirbel an jedem Tragflächenende schleppt das Flugzeug mehr oder minder lange hinter sich her. Ihre Stärke hängt unmittelbar vom Verursacher, also dem Flugzeug ab. Dessen Größe, sein Gewicht, die Geschwindigkeit und die Form der Tragflächen sind entscheidende Faktoren. Daher sind die Wirbelschleppen eines Jumbos erheblich größer - und gefährlicher - als die einer kleinen Maschine. Dementsprechend müssen die Fluglotsen bei der Staffelung der Flugzeuge die Größe der jeweiligen Flugzeuge beachten. Gerät nämlich ein kleiner Flieger in die Schleppe eines Jumbos, kann er um die Längsachse gedreht, auf den Rücken gelegt oder unsteuerbar werden. Hoch oben kann ein erfahrener Pilot das korrigieren, in Bodennähe wird ein Unfall wahrscheinlich.