Hi Leute, ich bin Niklas Wernecke und momentan im 3. Semester als Flugsicherungsingenieur bei der DFS.

Ich hatte die Chance für meine Praxisphase nach London-Gatwick zur ANS Air Navigation Solutions zugehen. Es war eine echt tolle Gelegenheit, ein paar Eindrücke habe ich für euch festgehalten.

Planung:

Vorab zur Planung. Thomas Machate, unser Chef, kommt immer auf uns zu und setzt sich mit jeder Studentengruppe hin um die Praxisphase zu planen. Oft trifft man sich irgendwo privat in geselliger Runde. So kann jeder sagen, worauf er Bock hat und man entscheidet dann gemeinsam, wo es hin geht . Eigentlich nichts Wildes, weil quasi jeder mal die Chance hat dort hinzukommen wo er möchte (sei es Bremen, München etc.).

Nachdem die Entscheidung gefällt ist, sollte man sich frühzeitig mit der Praxisstelle in Kontakt setzten.Das habe ich auch gemacht und direkt eine E-Mail nach England geschickt und auch schnell positives Feedback bekommen. Ich habe zusammen mit der ANS meine Flüge geplant, die Unterkunft, und alles Weitere.

Ankunft:

Als es dann endlich losging und ich im Flieger saß, hatte ich schon richtig Lust und alles war echt unkompliziert und einfach. Die ANS hat einen Studenten-Guide in dem alles steht, was man in England beachten muss und wie man am Anreisetag von Heathrow am besten zur ANS nach Gatwick kommt.

Angekommen, habe ich mich gut zurechtgefunden. Zur Not hat man auch immer die Nummer vom ANS Admin. Dahinter verbirgt sich eigentlich immer eine der Mitarbeiterinnen die im Empfangs-Büro sitzen. Die sind alle mehr als super freundlich und ich bin mir sicher, dass die mich sogar abgeholt hätten, wenn es hart auf hart gekommen wäre 😊

Endlich im ANS Gebäude, das in der Nähe vom Gatwick Tower und der Runway stationiert ist, wurde ich nett empfangen. Alle waren an einem interessiert und man hat direkt gemerkt, dass es einen großen Gruppenzusammenhalt gibt.

Zur ANS:

Dort arbeiten verschiedene Nationalitäten und sogar ein paar Deutsche mit DFS-Background. Natürlich redet man die ganze Zeit auf Englisch, ist ja auch irgendwo Sinn der Sache. Aber mir direkt vorgesetzt und für uns Studenten verantwortlich, war auch ein Deutscher, der vorher auch bei der DFS gearbeitet hat. Ich habe mich vorab sogar einmal mit ihm in Langen treffen können. Außerdem war zur gleichen Zeit eine Kollegin von den Luftfahrtmanagement-Studenten mit dabei. Man hatte also immer gute Gesellschaft 😊

Naja, nachdem ich dann viel und ausführlich mit allen gesprochen habe ging es dann so langsam an die Formalitäten. Papierkram und Firmenpass beantragen , damit man sich frei bewegen kann. Und jeder, der in England das erste Mal arbeitet, muss so ein kleines Computer-Lern-Programm machen. Es geht darum zu wissen wie man sich richtig auf der Arbeit verhält, z.B. richtige Sitzposition am Schreibtisch, was ist Korruption, richtig Heben. Anscheinend müssen das alle machen und sagen wir mal so, ich habe es dann auch durchgezogen.

Unterkunft:

Nachdem der erste Tag vorbei war, bin ich mit einem Mitarbeiter mit dem Zug nach London reingefahren, weil ich das große Glück hatte bei Ihm wohnen zu dürfen. Und ich muss sagen, es war überragend. Blick auf die Themse, schönes Appartement, ich hatte mein eigenes Zimmer. Also das komplette Programm! Von der ANS habe ich die Zugtickets bezahlt bekommen, die ich brauchte um zur Arbeit zukommen. Alles was ich privat gefahren bin musste ich natürlich selber zahlen. Mit meinem Mitbewohner bin ich dann direkt abends auch in einen Pub gegangen. Direkt mal so ein bisschen Londoner Flair aufgesaugt. Schon vor der Praxisphase hatte ich ausreichend Email-Kontakt zu meinem Mitbewohner. Wir hatten zusammen eine echt coole Zeit und sind auch Freunde geworden. Mal haben wir gekocht, mal bestellt, mal rausgegangen und ab und zu waren auch noch andere Kollegen dort für einen schönen Abend.

Arbeit:

Zurück zur Arbeit. Als ich mich eingefunden hatte, habe ich dann mein Projekt bekommen. Ich habe mit meinem Vorgesetzten vor Ort und dem Chefingenieur zusammen besprochen welches Projekt wohl geeignet wäre. Das heißt, ich durfte mitentscheiden. Natürlich muss es für mich und der ANS hilfreich sein und daher ist es logischerweise auch davon abhängig was gerade zu Verfügung steht. Letztendlich hat man mir dann für mein Projekt ein großes Maß an Vertrauen und Verantwortung entgegengebracht. Mit dieser Form von Respekt und Freiraum zu arbeiten hat viel Spaß gemacht. Ich würde lügen, wenn ich sage, dass es nicht auch anstrengend war. Aber genau für diese Arbeit macht man doch seine Praxisphase.

Und egal ob ANS oder DFS, man arbeitet immer mit Fachleuten auf Ihrem Gebiet zusammen die gute Leistung bringen, aber dafür auch gute Leistung erwarten. Das ist ein echt tolles Arbeitsklima und eine tolle Möglichkeit in so einem professionellen Umfeld zu arbeiten.

 

An dieser Stelle möchte ich nicht tiefergehend in mein Projekt eintauchen da auch viele ohne technische Vorkenntnisse diesen Blog lesen und damit vllt. nichts anfangen können.

Jeder, der mehr erfahren will, darf und sollte mir auf jeden Fall in den Kommentaren schreiben und sich bitte nicht scheuen mich Sachen zu fragen.

Eine Sache muss ich aber unbedingt noch erzählen!

Und zwar habe ich mit einem der Flugsicherungsingenieure vor Ort ein paar Localizer (einer der Leitstrahlen des Instrumentenlandesystems, zuständig für den Kurs) Tests durchgeführt. Hierzu mussten wir direkt neben die Runway auf das Grün. Zuerst sind wir durch die Vorfeld-Kontrolle, damit wir mit dem Fahrzeug zum ANS-Tower gelangen konnten. Oben im Tower haben wir dann unseren Plan mit dem Supervisor und den Lotsen abgesprochen. Natürlich mussten wir die Tests ankündigen und mit dem Lotsenteam besprechen, weil diese für eine gewisse Zeit die Präzision des Instrumentenlandesystems beeinträchtigen und somit auch die Arbeit der Lotsen.

Nachdem alles besprochen war, haben wir in unserem Fahrzeug den Funk eingeschaltet und zum richtigen Zeitpunkt die Freigabe vom Tower eingeholt. Anschließend sind wir in unsere Arbeitszone direkt neben der Runway gefahren. Die Flugzeuge standen alle unmittelbar neben uns und es gab echt viel zusehen. Als wir gerade aussteigen wollten, wurde ein Notfall-Flug auf dem Funk bekannt gemacht und wir mussten solange mit unseren Checks warten. In der Zwischenzeit machte sich die ganze Flughafen Gatwick Feuerwehr bereit um für alle Fälle gewappnet zu sein. Der Flieger ist sicher gelandet und wurde von der Feuerwehr eskortiert. Wir konnten nun endlich unsere Checks machen. Auf dem Grünstreifen direkt neben der Bahn sind die Flieger dann so dicht neben mir gestartet und gelandet, dass man echt ab und zu mal nach hinten geguckt hat, ob auch wirklich keiner auf mir landet! 😊

Das war so eines meiner Highlights. Man sieht auch einfach wie verzahnt alle Jobs auf dem Flughafen miteinander sind!

London:

So jetzt noch kurz was zu London. Trotz der Arbeit hatte ich natürlich genug Zeit alleine oder was mit Kollegen in London zu machen. Standard-Sachen wie Big Ben oder Buckingham Palace gehören irgendwie dazu und macht mit mehreren Leuten auch echt Spaß. Meine Kollegen haben mir natürlich auch viele coole Sachen gezeigt fernab von dem üblichen Touri-Kram. Allen Klischees zum Trotz hatte ich auch fast nur super Wetter. Aber selbst im Londoner Regen gibt’s genug zu sehen. Außerdem sind wir mal runter an die Südküste gefahren und im Meer schwimmen gewesen. Also was das angeht, brauch‘ ich glaube ich nicht viel sagen. An das Essen muss man sich gewöhnen – man bekommt nicht alles was man in Deutschland so kennt, aber dennoch sind die Engländer ja nicht so weit weg von uns! 😊

Der Blog dient nur einem kurzen Eindruck und ich kann bei weitem nicht alles erzählen was ich gerne so würde. Also ich hab es weiter oben ja schon erwähnt: Nutzt die Chance mal mit jemandem zu quatschen über Fragen die ihr vllt. sonst nicht stellt. Außerdem bin ich auch gerne bereit zu allen anderen Auszubildenden oder Studenten Kontakt herzustellen. Wenn ihr mir schreibt können wir auch mal locker telefonieren. Und für alle die nicht weit weg wohnen, ich lasse mich auch immer gerne auf einen Kaffee einladen 😉