YOUNG schulung-5812_hr_ret-sHeute wollen wir euch erzählen, wie es war, dass erste Mal im Simulator zu sein und so zu tun, als wäre man schon ein richtiger Lotse. Der Simulator ist der praktische Teil der Ausbildung, auf den man von Anfang an hinfiebert. Aber bis man dort endlich anfangen darf, dauert es noch ein Weilchen, da natürlich erst mal die theoretischen Grundlagen geschaffen werden müssen. Nach einigen Wochen Unterricht in Fächern wie Navigation oder Law und der ersten großen Theorieprüfung (Basic 1) war es dann auch soweit. Endlich ging es los mit dem Fach Air Traffic Management (ATM), welches sich speziell mit den Aufgaben des Lotsen beschäftigt und in dem wir uns auf die Runs im Simulator vorbereiten. Hierbei lernen wir die verschiedenen Prozedere und Phrasen die wir im Simulator (und auch später) benötigen und anwenden sollen. Der Tag rückte immer näher und mit der Aufregung darüber kam auch die Nervosität, wie es wohl sein würde, was genau passieren würde und ob alles klappt. Plötzlich fühlte man sich, als hätte man keine Ahnung mehr und ging zu den anderen, denen es nicht anders ging. Also nochmal zusammen die Streifen angeschaut und alles besprochen. Dann kam wieder die Zuversicht, man hat ja alles im Unterricht gelernt und sich vorbereitet, es kann also gar nicht so schlimm werden.

An besagtem Morgen, kurz bevor es los ging, kam dann natürlich doch nochmal die Nervosität. Hat man sich wirklich ordentlich vorbereitet? Streifen, Mind-Map und Headset eingepackt? Im Sim gab es dann zuerst eine allgemeine Begrüßung, bei der sich die Coaches kurz vorstellten, und nochmal ein kurzes Briefing von unserem Kursleiter, was gemacht werden würde. Dann gingen wir in unseren vorher zugeteilten Zweierteams (einer ist Controller und der andere spielt Pilot, dann wird gewechselt) zu den Positionen. Dort wurden noch offen gebliebene Fragen und Unsicherheiten mit dem Coach besprochen, die Streifen überprüft, das Headset angeschlossen, die Frequenzen eingestellt, kurzer Radiocheck und dann war es soweit. Ein letztes Mal wurde man vom Coach gefragt, ob man bereit ist. Natürlich war man das! Und los. Nicht lange und der erste Flieger ruft rein. Gut, erst mal mit einer der gelernten Methoden identifizieren. Kurz durchatmen, Knopf drücken und „Lufthansa Niner One Tree, Langen Radar, identified“. Puh, hat doch ganz gut funktioniert. Noch ein kleiner Hinweis vom Coach, dass man die Streifenführung beim Sprechen nicht vergessen soll. Alles klar, sprechen und schreiben gleichzeitig. Gar nicht so einfach am Anfang, aber bei den nächsten Fliegern klappt alles schon viel besser und man fängt an richtig Spaß dabei zu haben. Man fühlt sich direkt wie ein richtiger Fluglotse, stolz sitzt man auf seinem Stuhl und blickt auf seinen Radarschirm. Schnell sind 30 Minuten und damit der Run vorbei. Jetzt gibt es noch ein kleines Feedback vom Coach. Was war gut, was sollte man verbessern? Vielleicht weniger „äähs“ und „ehms“, aber ansonsten war es ein guter erster Run.

Mit der Zeit werden die Runs immer komplexer, denn immer mehr Neues kommt dazu, sodass man teilweise richtig gefordert ist. Man wächst mit den Aufgaben von Run zu Run und wird immer sicherer in dem was man tut. Aber ganz ohne ein bisschen Nervosität vorher geht es dann doch nicht.

Mittlerweile stehen wir fast vor dem Ende des Basic-Kurses. Dann geht es von der Center-Simulation in den theoretischen Tower-Unterricht. Selbstverständlich kommt auch dann wieder der Moment, in dem man zum ersten Mal aufgeregt im Tower-Sim sitzt…

 

Über die Autoren:
Wir sind Heike & Falk und machen seit August 2015 die Ausbildung zum Fluglotsen hier an der Flugsicherungsakademie. Kennengelernt haben wir uns schon während der Auswahlverfahren (VU & HU) in Hamburg und sind letztendlich auch zusammen in Kurs FVK261 TWR gelandet.

Heike: Ich bin 21 Jahre alt und komme ursprünglich aus der Nähe von Heidelberg. Aufgrund der langen Wartezeiten im Auswahlverfahren habe ich nach dem Abi zuerst ein soziales Jahr im Kindergarten absolviert und bin dann nach Greifswald, um Kommunikationswissenschaft und Wirtschaft zu studieren, wo ich nebenbei noch beim studentischen Fernsehen gearbeitet habe.

Falk: Ich bin 20 Jahre alt und komme aus Tespe bei Hamburg. Ich bin begeisterter Fußballfan und spiele auch selber im Tor. Generell interessiere ich mich für viele Sportarten und bin auch Sporttaucher. Beworben habe ich mich im Sommer 2012 bei der DFS.