Ausbildung Akademie

Sonntag, 15. Dezember 2013

 

Das Ende naht. Anderthalb Jahre – schon vorbei. Ein neuer Lebensabschnitt beginnt. Aber nur, wenn diese Prüfungswoche gut verläuft. Wird schon schief gehen, ich habe ja den perfekten Ablaufplan: Montag gleich als erstes Donau Low Planner, Dienstag Approach, Mittwoch Würzburg Executive. Donnerstag frei. Teampartner bekommen, mit denen ich immer super arbeiten konnte. Kann doch eigentlich nichts schief gehen. Schlafen will mein Körper mich aber nicht lassen. Die Gedanken kreisen um Flugsicherung, Umzug, Leben in München.

 

Montag, 16. Dezember 2013

 

Puh, jetzt wird’s ernst. 9:30 Uhr gibt’s die Kontrollstreifen für die erste Prüfung, schnell einziehen, erste Problemanalyse betreiben, man will ja vorbereitet sein. Danach steht das Treffen mit der Prüfungskommission an. Alles sehr nette Leute, die versuchen, uns die Anspannung zu nehmen. Hat nicht geklappt.

Dann geht es auch schon los, es ist der gleiche Simulator wie immer, nur leerer, und es sitzen drei Leute hinter uns, die uns genauestens auf die Finger schauen, aber natürlich nicht helfen. Die drei entscheiden also über unsere Zukunft in der DFS. Auf geht’s, Vollgas!

Eine Stunde später ist alles vorbei. Soweit hat eigentlich alles gut geklappt, keine großen Fehler gemacht, sollte für die 70% reichen, die man auch hier zum Bestehen braucht, ich hoffe auf mehr.

Den Rest des Tages mache ich mich dann nur noch wegen Approach am nächsten Morgen verrückt, versuche mich abzulenken und arbeite meinen Laufzettel ab – Ausbildungsausweis abgeben, Unterschriften sammeln – meine Zeit in Langen endet, und wie überall ist ein solches Ereignis mit ein wenig Bürokratie verbunden.

 

Dienstag, 17. Dezember 2013

 

Approach – oh Gott. Eigentlich war ich nie richtig schlecht, aber gefühlt auch nicht wirklich richtig gut in dieser Disziplin. Erst vor einer Woche hatte ich einen Katastrophenrun, total versagt, Blackout. Was wenn das heute wieder so ist? Nein, ich habe mich in der Zeit seitdem wieder kontinuierlich gesteigert, also positive Gedanken mitnehmen und kämpfen!

Wiederum nach einer Stunde ist auch diese Prüfung abgehakt. Hat sich unrund angefühlt, die Aufregung blieb bis zur letzten Prüfungsminute. Ich gehe mal davon aus, dass ich länger in Langen bleibe und nach Weihnachten meine Wiederholungsprüfung habe. Ich heule das jedem vor, den ich treffe. Kein schöner Tag. Morgen noch Würzburg, mein absoluter Nicht-Lieblingssektor…

 

Mittwoch, 18. Dezember 2013

 

So, ein letztes Mal in den Simulator in diesem Jahr. Kämpfen ist angesagt, nachdem ich ja von meinem Approachrun doch sehr mitgenommen bin. Achso, Schlaf gab es, wie in den Nächten vorher, kaum. Hin und her wälzen, immer wissend, dass das Klingeln des Weckers immer näher kommt. Keine Verlängerung möglich. Super Sache.

Szenenwechsel: Simulator, nach der Prüfung. Ich bleibe einfach nur sitzen, es sind mir dumme Fehler passiert während der letzten Stunde. Resignation macht sich breit – ist das wirklich der richtige Job? Oder bin ich vielleicht doch nicht dafür geeignet?

Den Rest des Tages heule ich mich wieder bei jedem aus, den ich sehe, schildere die Situationen aus der Prüfung, ernte aufmunternde Worte, denen ich aber keinen Glauben schenken kann. Noch einen Tag bis zur Ergebnisbekanntgabe. Der Horror. Der vorher so perfekt geglaubte Ablaufplan ist doch nicht so ganz perfekt. Lieber hätte ich am Donnerstag die letzte Prüfung gemacht und dann gleich gewusst was Sache ist. Aber ist nicht mehr zu ändern, jetzt heißt es warten und ablenken. Gut, dass am Abend eine Geburtstagsparty an der Akademie stattfand.

 

Donnerstag, 19. Dezember 2013

 

Der Tag der Verkündung. Heute würde mir die Prüfungskommission sagen, dass ich nach Weihnachten noch weiter in Langen wohnen werde. Oder nicht? Ich habe ja auch gute Sachen gemacht, vielleicht wiegen diese meine Fehler auf? Oder war ich doch zu schlecht? Keine Ahnung. Kopf aus, meine Schwester von der S-Bahn abholen, die extra für die anstehende Party am Abend aus München kommt. Und dann zittern. 15 Uhr sollte es die Ergebnisse geben hieß es.

So versammelt sich der ganze Kurs, alle total aufgeregt, um 14:30 in der Cafeteria, wo unsere Prüfer uns abholen wollten. Hoffentlich sind sie pünktlich und müssen nicht noch ewig beraten. Mein Kreisleiter schaut mich an, lacht, und sagt „Boah Alex wie schaust du denn aus, du schaust ja wie der Tod aus!“ Stimmt, so fühle ich mich auch, immerhin habe ich seit Sonntag kaum geschlafen und verspüre einen Stress, den ich so noch nicht kannte und auch nicht nochmal haben will.

15:00 Uhr. Die Prüfer kommen und nehmen unseren Teil des Kurses mit in ein Klassenzimmer. Mit dabei unser Kreisleiter und unser Lehrgangsleiter aus dem Rating A, die drei Prüfer sowie meine Mitstreiter aus Kreis 1. Ob noch andere da sind, weiß ich nicht. Tunnelblick, Herzrasen. „Leider haben nicht alle von euch alle drei Prüfungsteile bestanden“, sagt die Vorsitzende. Totenstille. Die Ergebnisse werden alphabetisch vorgetragen. Beide vor mir bestehen komplett. „Alex, Planner – bestanden, Approach – bestanden, Würzburg – bestanden!“ Ich falle auf den Tisch, kann nicht glauben was ich gerade gehört habe. Geschafft, Akademie erfolgreich abgeschlossen! Ein Gebirgsmassiv fällt von meinem Herzen ab. Ich weiß nicht, ob ich vorher jemals eine derart große Erleichterung und Freude verspürt habe.

Leider hat die Vorsitzende Wort gehalten, und einer meiner Kollegen muss eine Teilprüfung wiederholen. Dieser Gegensatz aus der eigenen Freude und der Niedergeschlagenheit bei ihm ist verwirrend und komisch.

Der Rest des Abends geht super schnell vorbei – Sektempfang mit Offiziellen von der Akademie, unseren ehemaligen Lehrgangsleitern, Prüfern, Coaches. Danach direkt auf unsere PAP-Party, die wir um 5 Uhr morgens in der Küche bei einer guten Portion Spaghetti ausklingen lassen.

 

Freitag, 20. Dezember 2013

 

Zimmer ausräumen, packen – Langen ist vorbei!

Ja, so sieht eine Prüfungswoche aus. Enorm viele Emotionen sind in dieser Woche durch mich und durch den ganzen Kurs  gezogen, es war quasi brutal. Aber wir haben am Ende alle unsere Auszubildendenlizenz erworben und sind mittlerweile im OJT angelangt. Wie der Wechsel von der Akademie zur Niederlassung so ist und was die Arbeit hier komplett anders macht erzähle ich euch ein andermal.

Ausbildung Lotse