Hallo, mein Name ist Ioannis und ich bin 20 Jahre alt. Ich komme ursprünglich aus Griechenland, bin jedoch in Deutschland, im wunderschönen Hessen, aufgewachsen.

Ausbildung zum FluglotsenDer Weg sich für  die Ausbildung zum Fluglotsen zu bewerben, war bei mir etwas verzwickter als bei anderen. Viele wussten von klein auf Sie wollen Fluglotse oder Pilot werden.  Mir war klar, ich will den Verkehr regeln, jedoch sollte der Verkehr am Boden sein, 4 Reifen haben (meistens zumindest) und einen Motor.  In der elften Klasse absolvierte ich mein Praktikum im I. Hessischen Bereitschaftspolizeipräsidium in Mainz-Kastel und war hin und weg davon! Parallel dazu hat mir ein Freund von seiner Bewerbung bei der DFS erzählt und es kristallisierte sich für mich heraus, dass Fluglotse eine (im Nachhinein) bessere Alternative ist.  Gesagt, getan, es gab für mich nur Polizei oder Flugsicherung. Nachdem ich bei der Polizei nicht einmal zur Bewerbung kam, da meine Augen, ohne Sehhilfe, als polizeidienstuntauglich befunden wurden, habe ich mich damit abgefunden und konzentrierte mich voll und ganz auf die Flugsicherung. Weiterhin bestand jedoch die Angst, dass es dort ebenfalls nicht mit meiner Sehleistung reichen könnte. Diese Angst hielt bis zum Medical an, bei welchem mir der Fliegerarzt deutlich kenntlich gemacht hat, dass der augenärztliche Befund die Hürde im Medical sein wird.

Über das Auswahlverfahren an sich, will ich nicht zu viel erzählen, dafür gibt es genug Foren zum Nachlesen, jedoch werde ich es kurz zusammenfassen, damit ihr seht, welche Zeitspanne das ganze Verfahren umfasst.

Am 29.7.2012 war der Tag der Bewerbung gekommen. Probe gelesen, nochmal alles zusammengefügt, ab in eine PDF und abgeschickt. Es dauerte nicht lang und schon bekam ich die erste Nachricht, dass ich an dem Online-Fragebogen teilnehmen konnte. So ging das Auswahlverfahren voran, bis ich am 14/15.11.2012 das erste Mal und vom 12-15.2.2013das zweite Mal in Hamburg war.  Ich muss sagen, dass das Auswahlverfahren, trotz der Belastung, sehr viel Spaß gemacht hat. Insbesondere die Leute, die man dort kennenlernt und die aufgebauten Freundschaften,  haben mir sehr gefallen.  Zu unserem Glück hatten wir bei unserer HU sechs Verträge und anfangs sollten wir alle gemeinsam am 27.1.2014 starten.  Die Freude darüber hielt jedoch nur bis ca. Juni 2013. Die Mit-Azubis, die einen Centerplatz bekommen sollten, wurden auf den 22.4.2014 verschoben. Ich (Glücklicher) blieb bei meinem Starttermin, dem 27.1.2014, in dem einzig geplantenTowerkurs für das Jahr 2014.

So und dann hieß es: Seeehr seeehr lange warten bis die lang ersehnte Ausbildung endlich beginnt. Direkt nach meiner Zusage erstellte ich einen Timer auf meinem Handy…. Deprimierend, wenn man auf sein Handy schaut und man „300 Tage bis zur Ausbildung“ liest. Andererseits steigt die Vorfreude, wenn man sieht wie der Timer immer kleiner wird.In der Zwischenzeit fragt man sich, was man mit so viel Freizeit anfangen kann. Klar, Ausland ist eine reizende Idee, jedoch war für mich klar, dass ich einen Auslandstrip nicht alleine unternehmen will. Da alle meine Mitschüler schon mit ihrem Studium angefangen haben und für einen Auslandstrip nicht zu haben sind, habe ich mich entschieden, mich der Arbeitswelt hinzugeben und meine Erfahrungen darin zu erweitern. Ich habe in diesem Zeitraum als Kellner undStagehand gearbeitet. Zwischendrin habe ich immer mal wieder Urlaub gemacht und einfach die Zeit genossen, die ich noch habe bis „Der Ernst des Lebens“ beginnt.

Nun ca. 80 Tage vor Beginn kam endlich der lang ersehnte Vertrag und alle Infos bezüglich Infoday und Sicherheitsüberprüfung. Alles fix ausgefüllt und dann bei derersten Chance vorbeigebracht.

Nach dem Warten auf den Infoday, der vergangene Woche stattfand, bin ich noch mehr gespannt auf den Ausbildungsbeginn. Aber die Zeit kann ich ganz gut überbrücken: Lernen für den einen guten Anfang in die Ausbildung, da wir zum Infoday schon einige Unterlagen mit auf den Weg bekommen haben!

Die Leute, die ich bis jetzt an der Akademie kennengelernt habe, haben mir bereits jetzt ein Gefühl des Zusammenhalts gegeben und auch gezeigt, wie schön das Akademieleben sein kann. Jeder wird von jedem begrüßt, der Austausch mit den Coaches ist auf einer ungezwungenen Basis und man fühlt sich einfach wohl, wenn man auf dem Campus rumläuft und sich vorstellt: In 60 Tagen bin ich auch hier, gehe in den Unterricht und werde dann auf einem Tower landen.

Abschließend will ich allen ganz viel Geduld wünschen, die noch auf ihren Beginn oder ihre Tests warten. Glaubt mir: Jede Sekunde davon lohnt sich! Wer einmal von der Luftfahrt und der Flugsicherung angesteckt wurde, wird nicht mehr damit aufhören.