Projekt Tower FrankfurtStumpfe Dateneingabe in den PC, etliche Kopien von Meeting-Unterlagen, Monotonie in Sachen Ablage, spießiges Auftreten in Stiftrock und Bluse – Wir reden hier doch nicht etwa vom Beruf der Bürokauffrau bzw. des Bürokaufmannes?

Mit diesen Vorurteilen hat wohl jeder schon zu kämpfen gehabt, der den Beruf erlernt oder bereits ausübt. Langweilige Arbeiten, keine Abwechslung, keine Verantwortung. Ich kann dies für die Deutsche Flugsicherung nicht unterschreiben, genauso wenig meine drei männlichen Azubi-Kollegen, die ebenso beweisen, dass der Beruf seit langem nicht mehr geschlechtsbezogen ist.

Die Ausbildung zur Bürokauffrau/zum Bürokaufmann bei der DFS ist seit Neuestem mit Bezug auf Projektmanagement und gibt uns die Möglichkeit, das Wissen theoretisch zu erlernen, aber auch in vielen Abteilungen praktisch einzusetzen. So z.B. gab es für uns Auszubildende eine interne Unterrichtseinheit „Multiprojekt- und Projektmanagement“, in welcher Methoden, Projektrollen, der Prozessaufbau und die Umsetzung der Projekte in der DFS geschildert wurden. Ebenso durften wir einen dreitägigen fortgeschrittenen Projektleiter-Kurs für das SAP-Projektsystem absolvieren. Die Berechtigung und vor allem die Kenntnisse, wie ein Projekt zu planen ist, dieses zu budgetieren und zu terminieren, haben wir damit erworben. Desweiteren gibt es für uns viel weiteres internes Know-How, von Verfahrensplanung bishin zur Luftraumplanung, welche uns Einblicke in das Tagesgeschäft außerhalb der Kontrollzentralen geben. Auch  Präsentations-techniken werden uns näher gebracht, damit wir an den Fehlern, die uns beim Präsentieren unterlaufen, arbeiten können und fit sind für das spätere Berufsleben – in diesem ist die Selbstdarstellung beim Präsentieren ebenso wichtig wie das korrekte Auftreten vor Kollegen und Vorgesetzten.

Mein eigenes „kleines“ Projekt

Das theoretisch Erlernte setzt sich in der Praxis auf spannendem Wege um: auch ich als Auszubildende kann von meinem eigenen, im Vergleich zu den laufenden DFS-Projekten zwar  sehr kleinen Projekt berichten, das für mich und für eine Abteilung jedoch zukünftig bedeutend ist. Ich war dafür verantwortlich, für den Bereich, der für den operationellen Personaleinsatz zuständig ist, einen Bericht zur Kennzahlenerhebung zu erstellen. Bestimmte Kennzahlen werden benötigt, um die Personaleinsatzplanung von FVKlern in den Niederlassungen Langen, München, Bremen und Karlsruhe zu steuern und zu analysieren. Klingt vorerst einfach, doch mit meinem anfänglichen, eher bescheidenen Wissenstand in diesem Bereich habe ich mich in das Thema eigenständig eingearbeitet, die einzelnen Phasen des Projektes hautnah miterlebt und viel Energie und Zeit in das Projekt eingebracht, um das bestmögliche Ergebnis abzuliefern. Mit diesem Projekt wurde mir Verantwortung und Vertrauen entgegengebracht, ich habe gelernt, eigenständig zu arbeiten und konnte das Wissen, das ich mir dadurch angeeignet habe, intern bereits verwenden. Alles in allem war dies eine sehr spannende Aufgabe, die mich persönlich weitergebracht hat und aus der ich lernen konnte. Es wird sicherlich nicht mein letztes Projekt gewesen sein.

Um zurück von einem Einblick in die Projekttätigkeit zu den Vorurteilen gegenüber der Administration zu kommen: ich möchte nicht abstreiten, dass sich einige Aufgaben außerhalb der Projekteigenbearbeitung immer wieder wiederholen – von Terminkoordinationen bishin zu Terminvorbereitungen, Unterlagen von A nach B transportieren oder tägliche Postgänge verrichten. Es sind Aufgaben, die der Beruf mit sich bringt, ohne welche ein Unternehmen nicht funktionieren würde; woraus man für sich selbst dennoch Nutzen ziehen kann. Ich lerne neue Kollegen kennen, was bedeutet, dass ich im Unternehmen präsent bin. Ich sehe die verschiedensten Abteilungen, die Schnittstellen des jeweiligen Einsatzbereiches, die verschiedensten Arbeitsprozesse u.v.m. Kurz gefasst: ich bekomme sehr viel von der Arbeit in der DFS mit, vom Tagesgeschäft und den Handlungsprozessen. Diese Erfahrung ist wertvoll, denn was nutzt mir die bloße Theorie, wenn ich nicht einmal erfahren habe, wie es in der Arbeitswelt ausschaut, wie mein Arbeitgeber, die DFS, arbeitet und intern funktioniert? Die Kollegen verstehen es dennoch, den Auszubildenden ebenso Arbeiten und Aufgaben zu übertragen, die zukünftigen Nutzen haben. Sie werden nicht nur mit Ablage oder den o.g. Tätigkeiten beschäftigt, sondern müssen Transferleistungen erbringen, Wissensstände in Office-Bereichen oder diversen Datenbanken auffrischen oder es wird Eigeninitiative und Eigenverantwortung verlangt. Wenn man nämlich weiß, für was die Arbeit zu Nutzen ist, wer davon profitiert und was daraus gemacht wird, geht man mit einem anderen Gefühl und einer erheblich größeren Motivation an die Sache heran, fühlt sich als ein vollwertiger Mitarbeiter des Unternehmens und kann stolz von sich behaupten, mit kleinen, aber auch größeren Aufgaben am Tagesgeschäft mitgewirkt zu haben.

Wer den Willen und die Lust am Arbeiten hat, wer Spaß entwickelt und dies nach außen hin zeigt, wer sich fundierte Kenntnisse im administrativen Bereich aneignen möchte, gepaart mit operativen Tätigkeiten, Technik- und Luftfahrtwissen, der ist bei der Deutschen Flugsicherung an der richtigen Adresse. Weg von den Vorurteilen, ran an das absolut spannende Umfeld als Bürokauffrau/Bürokaufmann! Ich kann es nur empfehlen.