Courtesy of Flightradar24.com

Mittlerweile gibt es seit ein paar Jahren die Website www.flightradar24.com. Die Homepage bietet allen an der Luftfahrt Interessierten die Möglichkeit, den Flugverkehr zu verfolgen.

Den Flugverkehr im Blick haben auch die Fluglotsen. Es gibt jedoch einige Unterschiede zwischen der Radardarstellung der Fluglotsen und der Darstellung im Internet. Die DFS verwendet zur Ortung von Luftfahrzeugen Primär- und Sekundärradaranlagen. Die Primärradaranlagen erkennen dabei jedes Ziel, beispielsweise auch Zugvögel und sogar Fahrzeuge auf Autobahnen. Das Sekundärradar fragt hingegen die Transponder der Flugzeuge ab und empfängt ihre Antwort. Jedes Flugzeug, das in Deutschland nach Instrumentenflugregeln (IFR) fliegen möchte, ist laut „Verordnung über die Flugsicherungsausrüstung der Luftfahrzeuge“ (FSAV) verpflichtet, einen Transponder mitzuführen. Sekundärradar zeichnet sich dadurch aus, dass neben der Position eines Flugzeuges, die durch den Winkel der Radarantenne und der Laufzeit des Signals ermittelt wird, auch weitere Informationen über die Flughöhe und die Flugzeugkennung übertragen werden können.
Die Antennen der  Radaranlagen drehen entweder 5- oder 12-mal pro Minute und senden die Luftlage in diesem Zeitintervall an die Fluglotsen in den Center- oder Towerstandorten.

flightradar24.com nutzt für die Abbildung der Luftlage eine andere Technologie mit dem Namen ADS-B. Die Abkürzung steht für Automatic Dependent Surveillance – Broadcast. Dahinter verbirgt sich eine Technik, die zwar auf der gleichen Frequenz wie das Sekundärradar, 1090 MHz, sendet, also zu Sekundärradar kompatibel ist, aber vollkommen anders funktioniert. Die ADS-B Transponder sind heute in den meisten modernen Verkehrsflugzeugen eingebaut. Ab 2017 ist es in Deutschland für Verkehrsflugzeuge Pflicht, solche Transponder mitzuführen. Das besondere an diesen Transpondern ist, dass sie zusätzlich zu Flugzeugkennung, Flughöhe und einer ganzen Reihe von weiteren Informationen, wie die aktuelle mit GPS ermittelte Position, mitteilen. Daher wird keine Radarstation mehr benötigt, um die Position eines Flugzeuges zu ermitteln und theoretisch reicht schon ein kleiner USB-Stick mit Antenne aus, den man im Internet bestellen kann, um ein „Radarbild“ zu erhalten. Für den Einsatz bei der Flugsicherung ist die Nutzung dieser Technik nicht ganz so einfach, wie man sich vorstellen kann, da eine 100-prozentige Verlässlichkeit gewährleistet sein muss. Dennoch wird auch bei uns eifrig an der ADS-B-Technologie gearbeitet.
Die Initiatoren der Homepage flightradar24.com hingegen haben viele dieser kleinen Empfangsstationen über ganz Europa verteilt und erzielen so eine anschauliche Darstellung des Luftverkehrs.

ADS-B bietet noch einen weiteren Vorteil gegenüber der herkömmlichen Radartechnik: Da die Flugzeuge 2 mal pro Sekunde ihre Position versenden, kann die Darstellung auch zweimal pro Sekunde aktualisiert werden.
Einen großen Nachteil hat ADS-B aber auch: Flugzeuge ohne Transponder, mit defektem oder ausgeschaltetem Transponder werden nicht erkannt.

Aus diesem Grund sind bei flightradar24.com nicht alle Flugzeuge zu sehen.

Übrigens bietet die DFS einen ganz ähnlichen Service an: STANLY_Track zeigt die Darstellung von Flugverläufen im Nahbereich deutscher Flughäfen. Hier sind auch die Flugzeuge zu sehen, die bei flightradar24.com nicht dargestellt werden, weil die DFS bei STANLY_Track auf die eigenen Radardaten zugreift. Kurzum: Ortung ist ein spannendes Thema, nicht nur bei flightradar24.com, sondern vor allem auch bei der DFS.