Hallo zusammen,

da ich euch in meinem letzten Blogeintrag etwas über die Praxisphasen bei der Deutschen Flugsicherung erzählt habe, möchte ich heute einen ganz normalen Tag an der Hochschule Darmstadt beschreiben, denn letztendlich läuft hier der größere Teil unserer dualen Ausbildung ab.

Wer kennt das nicht? Morgens aufzustehen fällt, glaube ich, jedem extrem schwer…und dann lass es auch noch Montag sein! Ich selber zähle mich zu den Menschen, die morgens etwas länger brauchen, um auf Hochtouren zu laufen. Da kam es mir gerade recht, dass der erste (Vorlesungs-)Block erst um halb 9 beginnt. Somit bleibt mir jeden Morgen immer etwas mehr Zeit, um richtig wach zu werden. Und die 20-minütige Zugfahrt von Langen nach Darmstadt lässt auch nochmal die Möglichkeit offen, die Augen ein wenig „auszuruhen“ 😉

In der Hochschule angekommen (mittlerweile vollkommen auf der geistigen Höhe) können die Vorlesungen auch beginnen. Was steht normalerweise so auf dem Stundenplan? Im ersten Semester wurden uns die Grundlagen aller Fächer, wie Mathematik, Elektrotechnik, Physik etc. vermittelt, damit alle Studenten auf dem gleichen Wissensstand weitermachen können. Im zweiten Semester kamen dann Fächer wie Elektronik I, Messtechnik I und Grundlagen der Informationstechnik hinzu. Aber auch die Fächer aus dem ersten Semester gingen jetzt noch mehr in die Tiefe. Momentan darf ich im dritten Semester die Fächer Elektronik II, Messtechnik II, Simulation technischer Systeme und noch ein paar andere besuchen.  Die Vorlesungen sind wie der Unterricht in der Schule, jedoch mit einem schnellerem Tempo und dem Unterschied, dass man alles selber mitschreiben sollte, was einem wichtig vorkommt. Dennoch hatte ich noch nie das Gefühl, dass die „Profs“ zu schnell durch die Themen reiten. Außerdem gehen sie auf Fragen ein; auch wenn es schon das dritte Mal ist, dass sie gestellt wird. 😀 Übrigens: interessantes Thema heute in Elektronik II: MOSFETs. Schon praktisch die Dinger. Ohne die würde es die Prozessoren in unseren PCs nicht geben, geschweige denn das Smartphone. Und wenn man so etwas vom „Prof“ hört, wird man natürlich hellhörig. Und das hilft ungemein bei der späteren Nachbereitung, die man zu Hause macht. Denn erst so festigt sich der Vorlesungsstoff!

Wer jetzt aber denkt, dass es mit den Vorlesungen getan ist, wird sich jetzt wundern! Denn Laborversuche stehen ab dem zweiten Semester mindestens einmal die Woche auf dem Programm. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich vor dem allerersten Versuch in Messtechnik I irgendwie schon Bammel hatte. In der Schule hab‘ ich zwar auch mal mit einem Oszilloskop gearbeitet, aber da habe ich mehr dem Lehrer über die Schulter geguckt, als selber das Gerät anzuschließen. Ich wurde aber positiv von den Laboren (und ich rede von allen Fächern) überrascht! In jedem Labor sitzt ein Laborprofessor, der im Grunde für die Benotung zuständig ist, aber auch, wie der Laboringenieur –die zweite Person im Labor-, einem ständig mit Rat und Tat zur Seite steht. Damit waren meine Befürchtungen, mich im Labor zu blamieren, auch schon wie weggeblasen. Außerdem stellte sich heraus, dass nicht nur ich mit einem gewissen Respekt an die Sache ging, da es auch Studenten gab, die ein Oszilloskop das erste Mal richtig in die Hand nehmen durften.  In den meisten Laboren ist es üblich, dass die Versuche mit Aufgaben vorbereitet werden müssen. Wenn man diese gewissenhaft versucht zu lösen, hat man im Labor mehr Zeit sich auf die wesentlichen Dinge zu konzentrieren. Und glaubt es mir: man nimmt sehr viel mehr aus den Versuchen mit als man vorher vielleicht glauben mag! Ich denke, dass liegt ganz einfach wieder an dem Praxisbezug, den man im Labor hat. Nach den Laboren verlangen manche Professoren noch einen ausgiebigen Bericht über die Versuche. Aber wie gesagt: mit der richtigen Vorbereitung hat man mehr Zeit für die wichtigen Dinge und das sind nun mal die eigenen Mitschriften. Erst letztes Wochenende habe ich einen 15-seitigen Bericht fertiggestellt. Jetzt denkt man vielleicht: „Waaaaas?! 15 Seiten? Und das am Wochenende?!“ Tjahaaaa… mein Laborpartner und ich haben im Versuch Fotos gemacht und alles Mögliche dokumentiert. Der Bericht war also schon fast fertig; er musste nur noch in eine anständige Textform gebracht werden.

Nach so viel Arbeit kann man auch mal mit den Kommilitonen auf den Darmstädter Weihnachtsmarkt (sehr schön!) gehen, um die Seele zum „Feierabend“ nochmal richtig baumeln zu lassen.

Wenn ihr noch Fragen zum Hochschulalltag habt, dann schreibt sie doch bitte in die Kommentar! Ich werde sie euch so schnell und gut wie möglich beantworten!

Bis bald!