Liebe Leserinnen und Leser,

Die DFS geht mit einem Festakt an den Startzunächst einmal ein frohes und gesundes neues Jahr. 2013 hält für uns jedoch eine weitere Feierlichkeit parat. Die DFS hat Geburtstag. Im Januar 1993 ging aus der Bundesanstalt für Flugsicherung, kurz BFS, die DFS Deutsche Flugsicherung GmbH hervor. Dieses Ereignis jährt sich nun zum 20. Mal, ein Grund alles Gute zu wünschen und einen Blick in die Historie zu werfen. 

Die Organisationsprivatisierung der DFS war die erste im Verkehrswesen der Bundesrepublik Deutschland. Damit dies überhaupt umsetzen zu können, musste das Grundgesetz geändert werden. Die neue Struktur sollte ein modernes Management für die Flugsicherung ermöglichen, um mit der dynamischen Entwicklung der Luftfahrt Schritt halten zu können und damit für die Zukunft gewappnet zu sein. Während die BFS eine Behörde war, in der überwiegend Beamte arbeiteten, ist die DFS eine privatrechtlich organisierte GmbH. Alleiniger Gesellschafter ist der Bund, der durch das Bundesministerium für Verkehr vertreten wird. Am 1. Januar 1993 übernahm die DFS, formal schon am 16. Oktober 1992 gegründet, offiziell die Kontrolle des Luftverkehrs.

Die erste PK der DFS

Schon ein Jahr darauf wurde die zivil militärische Integration der Flugsicherung abgeschlossen. Seit 1994 ist die Flugsicherung damit nicht nur für die zivile, sondern auch für die überörtliche militärische Flugsicherung im Frieden zuständig. Das deutsche Modell der zivil-militärischen Integration in Europa hoch angesehen, vor allem die Entwicklung eines flexiblen Luftraummanagements ist ein entscheidender Gewinn für den zivilen und für den militärischen Luftverkehr.

Am 4. Dezember 1995 hatte das „junge Unternehmen DFS“ wieder einen Grund zu feiern – eine ganz besondere Marke wurde durchbrochen: LH4671war der zweimillionste Flug des Jahres, so viele Flüge wurden noch nie in diesem Zeitraum von der DFS kontrolliert. Gut 12 Jahre später, am 14. Dezember 2007, wurde dann auch die Grenze von 3 Millionen kontrollierten Flügen geknackt. Im vergangenen Jahr liegt das Verkehrsaufkommen übrigens knapp darunter.

Viele Lotsen kamen in schicker Abendgarderobe, um einem besonderen Moment beizuwohnen: Kurz vor Weihnachten 1999 ging das Center Langen, Europas größte Kontrollzentrale, in Betrieb.

Das größte Center Europas startet den Betrieb

Als ein Highlight kann sicherlich das Jahr 2000 gelten. Die DFS gewann den Eagle Award der IATA als beste Flugsicherungsorganisation der Welt.
Auch räumlich hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten einiges getan:   2002 zog die DFS vom Offenbacher Kaiserlei nach Langen in den Neubau der Unternehmenszentrale. Hier ist das Unternehmen nun auf dem Campus heimisch geworden, wo zudem Logistikzentrum, Energiezentrale, Akademie, Gästehaus, Forschung & Entwicklung, Systemhaus sowie das Center  angesiedelt sind.
Funktionaler Luftraumblock

Spätestens seit 2004 ist Europa bei der DFS ein beherrschendes Thema. Der Europäische Luftraum soll vereinheitlicht werden. Dazu hat sich die DFS mit den Flugsicherungsorganisationen der Schweiz, Frankreich sowie der Benelux-Länder und Eurocontrol im Functional Airspace Block – Europe Central zusammengetan. Analog dazu gibt es in Europa weitere FABs. Das gesamte Projekt nennt sich  FABEC ist einer der verkehrsreichsten und komplexesten Lufträume der Welt, mit heute 5,6 Millionen und 2018 voraussichtlich 6,3 Millionen Flugbewe­gungen pro Jahr, derzeit 14 Kontrollzentralen und rund 370 Kontrollsektoren. Mehr als die Hälfte des Flugverkehrs in Europa wird im FABEC abgewickelt.

Die Flugsicherungsakademie hat der DFS das Jubiläum voraus. Im April 1988 übergab der Bund sein Schulungszentrum an Flugsicherung und den Deutschen Wetterdienst, das in Langen entstanden war. 1993 wurde es dann in Flugsicherungsakademie getauft. Seither erfolgt hier die Ausbildung zum Fluglotsen.

Akademie DFS

Am 11. Dezember 2011 löste P1/VAFORIT das System KARLDAP in der Niederlassung Karlsruhe ab. Damit hatte die DFS mit ihrem Flugsicherungssystem für den oberen Luftraum einen gewaltigen Entwicklungssprung vollzogen. Eine wesentliche Neuerung im System P1 /VAFORIT ist die vierdimensionale Trajektorienvorhersage. Zudem wurden die papierbasierten Kontrollstreifen durch ein elektronisches System ersetzt – ein Paradigmenwechsel in der Flugdatenverarbeitung und in der Arbeit der Fluglotsen.

Einführung P1/VAFORIT

Apropos Europa. Die Vorgaben der EU sind auch bei der Gebührenberechnung relevant. Bislang war die Berechnung recht simpel: sowohl auf der Strecke als auch im An-und Abflugbereich galt das System der Vollkostendeckung. Dabei wurde ein Gebührensatz veröffentlicht, der sich aus geplanten Kosten dividiert durch das geplante Verkehrsaufkommen errechnete. Falls eine Prognose nicht eintraf, konnte die sich daraus ergebende Über-bzw. Unterdeckung in die Kosten des übernächsten Jahres übertragen werden. Dieser Ansatz wurde zum 1. Januar 2012 durch ein „leistungsreguliertes System“ ersetzet. Das heißt: Die Gebührensätze müssen sich fortan an Vorgaben aus Brüssel orientieren. Der EU-Streckengebührensatz soll derzeit um 3,5 Prozent pro Jahr sinken. Die Regulierung der An- und Abfluggebühren soll 2015 folgen. Für die DFS bedeutet dies eine wesentliche Veränderung in der Planung.

Und dann tat sich zum Jahreswechsel 2012/13 noch etwas bei der DFS. Die langjährigen Geschäftsführer Dieter Kaden, Ralph Riedle traten in den Ruhestand und Jens Bergmann verließ das Unternehmen. Die Nachfolge traten Prof. Klaus-Dieter Scheuerle, Dr. Michael Hann und Robert Schickling an.
Wir sind gespannt, was das Jahr 2013 bringt. Die nächsten 20 Jahre der DFS werden dann sicherlich auch einige von uns aus dem Azubiblog mitgestalten können.
Wir freuen uns darauf.

Fotos: Hans-Jürgen Koch