Vor drei Jahren habe ich mein Studium der Nachrichtentechnik bei der DFS begonnen. Mittlerweile kenne ich eine Menge technische Systeme und weiß, wie das Radarbild auf dem Lotsenarbeitsplatz entsteht. Anfang Oktober habe ich mein Studium vollständig absolviert und nun im Produktmanagement Ortung eine neue Aufgabe angetreten. Ich sorge dafür, dass die Fluglotsen immer ein aktuelles Bild der Luft- oder Bodenlage zur Verfügung haben.

Während der Praxisphasen meines Studiums habe ich, wie viele andere Studenten auch, im Gästehaus gewohnt. Da dort größtenteils Auszubildende der FVK-Kurse wohnen, ergeben sich viele Möglichkeiten des Austauschs, beispielsweise beim Sport.

Bevor der sprichwörtliche Ernst des Lebens begonnen hat, habe ich diese Nähe zur Ausbildung der Fluglotsen, die das Gästehaus bietet, genutzt und habe zwei Kollegen in der FVK-Ausbildung in den Simulator begleitet.

Bei den beiden stand ein neuer Sektor auf dem Lehrplan. Immer zu Viert wird zusammengearbeitet. Ein Azubi ist Pilot, einer simuliert die angrenzenden Sektoren, einer ist der Koordinationslotse und einer der Radarlotse. Wer da jetzt was genau gemacht hat, können euch meine operativen Kollegen sicherlich besser erklären. Für mich als administrativen Mitarbeiter war es beeindruckend, wie der Fluglotse durch den Gebrauch bestimmter Phrasen in der Lage ist, die Geschwindigkeit, die Höhe, oder den Kurs eines „Pünktchens“ auf dem Bildschirm zu ändern.

Besonders interessant war für mich das Vorrausschauende an der Arbeit. Mit einem Werkzeug, das das System zur Verfügung stellt, wurde die Entfernung zweier Flugzeuge zu einem Wegpunkt gemessen, über den beide Flugzeuge fliegen sollen. Dabei waren beide Flugzeuge noch lange nicht im eigentlich zu kontrollierenden Sektor. So konnte direkt nach der Ankunft im Sektor an eines der Flugzeuge die Anweisung gegeben werden, einen anderen Steuerkurs zu fliegen, um eine kritische Situation von vorneherein zu vermeiden.

Außerdem habe ich gelernt, warum Streifenhalter unterschiedliche Farben haben. Für Fluglotsen wahrscheinlich das Selbstverständlichste auf der Welt, für mich war es bis dahin ein riesen Rätsel!*

An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an Stefanie und Luis, die meinen Besuch möglich gemacht haben!

*P.S.: Die Auflösung des Rätsels ist, dass jede Farbe für eine Himmelsrichtung steht, in die das entsprechende Flugzeug fliegt.