Dieses Gefühl kennt sicherlich jeder: Obwohl man am vorigen Abend eigentlich pünktlich im Bett war, fällt einem das Aufstehen am nächsten Morgen um sechs richtig schwer. Dennoch freut man sich nach dem Zähne putzen schon auf den neuen Tag. Schließlich konnte man es nach dem Theorieteil unserer Ausbildung kaum erwarten, in den Simulator zu kommen. Dafür fällt man auch mal aus dem Bett.

Um sieben geht es dann richtig los. Alles vorbereiten für den Simulator, bis wenig später die Coaches kommen, um ein erstes Briefing durchzuführen. Der erste Run ist schnell vorbei. Und dann kommt der (aller)schönste Teil des Morgens – das Frühstück.

Wir Auszubildenden hier haben echt viel Glück. So ein tolles Buffet mit allem, was das Herz begehrt (Brötchen, Joghurt, Rührei, Bacon, Müsli und Sonstigem), kriegt man sicherlich nicht in jeder Firma.

Beim Frühstück kommt dann die allgemeine Frage auf: „Haben wir heute Praktikanten???“ Es ist immer wieder toll, auch Anderen Einblick in unseren Alltag zu geben. Tatsächlich waren an diesem Tag für unseren Kurs Praktikanten zugeteilt.

Marco und ich holten also pünktlich unsere beiden Schützlinge an der Rezeption ab. Die DFS bietet wöchentlich Schülerpraktika an, in denen Interessierte eine Woche in die Ausbildung hinein schnuppern können. Mit den beiden im Schlepptau ging es für uns wieder in den Simulator.

Nachdem die weiteren Runs gut verliefen, erlaubte uns unser Lehrgangsleiter, auch den beiden Praktikanten einmal die Möglichkeit zu geben, „Flugsicherung zu machen“. Einer der beiden bekam ein Headset, der andere ein Telefon in die Hand gedrückt. Die Piloten wurden informiert und los ging’s. Marco coachte die Radarseite und ich trainierte die Koordinationsseite. Natürlich schauten uns weiterhin unsere „richtigen“ Coaches über die Schulter, um helfen zu können, falls wir einmal nicht weiterkommen würden.

Am Anfang war alles noch etwas holprig; mit der Zeit wurden unsere beiden Praktikanten aber schon richtig gut – und auch wir hatten viel Spaß. Schließlich durften wir jetzt mal in die „Lehrerrolle“ schlüpfen. Es ist interessant, wie anstrengend so ein „bisschen coachen“ doch sein kann! Man möchte nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig sagen. Und man darf natürlich nicht ablenken, wenn es gerade etwas mehr zu tun gibt, trotzdem möchte man aber so viel Wissen weiter geben, wie möglich.

Seit diesen ersten selbstgemachten Coachingerfahrungen höre ich meinen Coaches teilweise ganz anders zu – nicht nur unsere Praktikanten haben an diesem Tag viel gelernt. Bekanntlich wird ein Thema ja erst richtig verstanden, wenn man es erklären kann. Und so sahen wir unsere Übungen auch einmal aus einem anderen Blickwinkel.

Bleibt nur noch die Frage, wie es den beiden Praktikanten gefallen hat!?

Der zufriedene Ausdruck in ihren Gesichtern, diese Herausforderung gemeistert zu haben, sagte mehr als tausend Worte. Anstrengend war es bestimmt – aber sie können auf jeden Fall stolz auf sich sein. Und wer weiß, vielleicht sind es die beiden, die demnächst nach Praktikanten fragen.